Puri, Konark 3

Das Badefest in Puri
Endlich wollte ich mal wieder ins Meerspringen und fuhr nach Puri, der alten Hippiehochburg. Ich wollte ins berühmte Hotel-Z, jedoch war dieses ausgebucht und ich landete im Hotel Ghandara.
Der japanische Hotelbesitzer, verheiratet mit einer Nepalesin, machte dieses Hotel zu einem Schmuckstück.
Nebenan war ein Hindutempel,

Tempel beim Hotel Ghandara Puri


von dort erklang mehrmals am Tag eine hervorragende Männergesangsstimme. Da täusche ich mich nicht, schliesslich nahm ich selber Gesangsstunden und verfolgte 20 Tage Musik und Tanz in Chennai.
Diesen Mann muss ich kennenlernen und ging in den Tempel. Sofort wurde ich in den Keller geführt wo ein grosser Saal mit Betenden angefüllt war. Ich wurde ganz nahe zum Guru gebracht, musste auf den Boden sitzen. Shiva sei Dank, ich konnte mich an die Wand anlehnen. Eine Stunde lang hörte ich dem Sänger zu begleitet von
einem ausgezeichneten Tablaspieler. Ein Foto gibts nicht, ich hatte die Batterie vergessen.
Jeden Abend ass ich im Ghandara japanisch, ein ganz besonderes Vergnügen, da der indische Koch extra von einem eingeflogenen Japankoch ausgebildet wurde.

Hotel Ghandara Puri

Touristinnenkram vor meinem Hotelzimmerfenster

Hotel 'Z'

Puri ist ein kleiner Ort von ca 30.000 Einwohnern. Es hat jedoch einen grossen Bahnhof, von dem Züge in alle Richtungen von Indien fahren. Puri ist ein shr besuchter Wallfahrtsort.

Shri Jagannath Temple in Puri

Pilger zum Shri Jagannath Temple in Puri

Jeden Tag kommen ca 35.000 Besucher in den Tempel von Puri, die auch alle im Meer baden wollen und da keine öffentlichen Toiletten vorhanden sind, den Strand für wichtige Geschäfte benutzen, besonders Nachts.

Das Badefest der Inder in Puri

Badestrand von Puri

Ganz in der Nähe der Touristenhochburgen gibt es ein grosses Fischerdorf. Die Leute sprechen Tellugu, die Sprache aus dem fernen Hyderabad. Ein grosses Dorf ist von dort hierher umgesiedelt. Die Bewohner wurden Meeresfischer. Auch hier gibts keine Toiletten.

Fischerdorf bei Puri

Fischerdorf bei Puri

An ein erfrischendes Bad war also nicht zu denken. Indien hat mich wieder eingeholt.

War nichts mit Meerspringen

Die Fischer haben mir ein ausgezeichnetes Mittagessen zubereitet

Mein Mittagessen eine Makrele für 100 Rs

30 km nördlich steht ein berühmter Tempel, allerdings ausser Betrieb, er hat nur noch archäologischen Zwecken zu dienen. Von hier stammt das Rad in der indischen Flagge.

Mein Wappentier der SIMHA (auf dem Weg nach Konark)

Eingang zum Konark Tempel

Konark Tempel

Zur gleichen Zeit als ich in Puri war, wurden in der Nähe von Bhubaneswar fünf 15, 16, 17 jährige Schulmädchen verhaftet. Sie versuchten als Maoistinnen einen Schnapsladen zu überfallen. Sie hätten besser daran getan, der Polizei ein letztes Gefecht zu liefern. Mit Milde könen sie nicht rechnen, sie sind Freiwild. Die Polzei hat freie Hand. In einem Scheingefecht wurde vor kurzem ein Maoistenführer, nach seiner Gefangennahme, von der Polizei ermordet.

Minor Maoist surrender, The New Indian Express 7.1.11 (Bhubaneswar)

Ich reise weiter nach Kolkata

Local Train

Mein Zug nach Kolkata

Überquerung eines Flüsschens vor Kolkata

3 thoughts on “Puri, Konark

  1. Reply Hugo Jan 26,2011 17:28

    Deine Briefe und die Bilder sehe ich gerne, jetzt juckts mich allerdings auch mal einen Kommentar loszulassen……..
    das Meerspringen ist eine germane Neuschöpfung – Glückwunsch
    analog gibt es auch kein Seespringen, oder Flussspringen
    das ins Meer springen ginge gerade noch
    besser das Baden im Meer oder sonstwo
    Seajumping – bunjeejumping yeah its great
    fish are jumping and the cotton is high…….Gershwin
    Dir scheints ja gut zu gehen, abgesehen vom Dreck, den man besser nicht ablichtet
    Wo ist noch das Heiligtum, wo die Ratten vereehrt werden?
    Herzliche Grüsse von der Schweizer Grenze
    Hugo

  2. Reply Brigitte Schoebi Jan 26,2011 20:41

    Man müsste noch wissen, warum die jungen Frauen den Schnapsladen „überfallen“ haben! In Chamuwa (oberhalb von Almora) haben sich die Frauen organisiert, nachdem ihre Männer ständig das ganze Haushaltsgeld versoffen haben. Sie sind zum einzigen Geschäft des Dorfes gegangen und haben gedroht, falls der Inhaber den Männern weiterhin Schnaps verkaufen würde, dass sie dann nichts mehr kaufen bei ihm. Das hat geholfen. Allerdings wurden die Frauen vom Primarlehrer unterstützt, der die Strickgruppe gegründet hatte und die es den Frauen erlaubte, solidarisch zu sein, da sie sich beim Stricken gut kennengelernt hatten, was sonst wohl nicht möglich gewesen wäre, da ein Haus oft 20 Minuten vom nächsten entfernt ist.

    Ja, ich hatte gehofft, in Puri könnte man noch pures Wasser finden. Aber anscheinend ist da auch „tout pourri“. Warum nur die Inder dem Wasser keine Sorge tragen?? Es gibt einen See, bei Nanak Mata in der Nähe der nepalesischen Ostgrenze, der mir sauber schien. Aber ich traute mich nicht, darin zu baden, da er zu den Sikh-Heiligtümern daneben gehörte. Dann gibt es aber auch heilige, verschmutzte Seen, wie z.B. Naini-Lake in Nainital, eine völlige Kloake.
    Wünsch dir noch eine gute Zeit in Asien!
    Brigitte

  3. Reply leo Jan 27,2011 20:02

    Lieber ‚Hugo‘,
    doch doch den Dreck muss man ablichten, sonst glaubt man dies ja nicht. Der grössere Dreck ist etwas versteckt, siehe mein Currupt-Artikel. Man muss dies sagen, auch auf die Gefahr hin kein Indienvisum mehr zu erhalten. Eine Hoffnung gibts noch, es gibt in Indien eine freie Presse, die die Missstände anspricht, aber wie lange noch. Die Regierung sinnt nach, wie diese Stimmen verstummt werden könnten. Der Terroristenartikel, den es ja jetzt weltweit gibt, könnte eine Handhabe sein.

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